Warum der Google Reader eingestellt wird

google-readerIch persönlich finde den Google Reader eine der wichtigsten Websites im ganzen Internet. Er bietet(e) mit die Möglichkeit, alle Seiten, die mich mit Informationen beglücken zu überwachen. Um so trauriger ist es für mich, dass Google dem Reader den Gnadenschuss verpasst hat. Im Nachhinein ist feedly sogar die bessere Alternative, trotzdem habe ich mich gefragt, warum der Reader dran glauben musste.

Die offizielle Begründung ist ja, dass damit kein Geld verdient werden kann. Wenn man mal genauer darüber nachdenkt, ist das völliger Bullshit. Erstens hätte Google im Reader Werbung einbinden können, weswegen garantiert keiner gemeckert hätte, zweiten ist Google darauf nicht angewiesen und drittens verursacht der Reader bei den abonnierten Blogs doch einiges an Traffic. Und auf diesen Blogs ist wiederum Werbung durch Google AdSense geschaltet. Der Punkt, dass damit also kein Geld verdient werden kann fällt aus meiner Sicht also weg.

Ein weiterer Grund, den man des öfteren im Internet hört ist, dass Google dadurch nicht genug Nutzerinfos sammeln konnte. Unser alter Datenkrake Google legt viel Wert darauf, das Surfverhalten des Nutzers zu analysieren und basierend darauf Resultate in der Google Suche, Google Now und co anzupassen. Natürlich wird auch die AdSense-Werbung auf den verschiedenen Seiten angepasst. Das merkt man ganz deutlich bei Schuhen. Sobald man einmal auf Amazon der Zalando (unfreiwillig) nach Schuhen sucht, bekommt man die darauf folgende Woche überall nur noch Werbung für Schuhe eingeblendet.

Man kann mir erzählen, was man will, aber dass Google durch den Reader nicht genug Produktinfos zu einem Nutzer gesammelt hat, ist doch wohl Käse. Wie viele Leute (einschließlich mir) hatten denn im Reader Schnäppchenblogs? Wie viele lassen sich über die neusten Geräte in der Branche informieren? Das wäre genug Markt, um AdSense gezielt an den Surfer anzupassen.

Da all diese Gründe quatsch sind und Google sich mit Sicherheit Gedanken über die Schließung des Readers gemacht hat, kommt hier meine eigene Theorie, warum Google in letzter Zeit so unfassbar viele Dienste und Funktionen einstellt: Noch vor Steve Jobs Tod haben die Google-Gründer eine Mail von dem Apple-Chef bekommen, in der Steve erklärt hat, welche Taktik Apple fährt - die übrigens durch Mr. Cook gerade zunichte gemacht wird. Leider finde ich das Schreiben nicht mehr, daher nun frei aus der Erinnerung:

Apples "Geheimnis" ist, dass sie sich immer nur auf ein Produkt fixieren. Es gibt nur ein Modell des iPhones, eines des iPads (ja.. war wohl nichts), etc. Zudem stellt Apple alle Produkte, die großen Anklang finden, ein. Beispiele wären hier Apple Ping und der Apple Mac Pro. Google tut es nun Apple gleich und stellt alle Dienste, die nur unnötig Support und Wartungszeit kosten ein. So wird demnächst garantiert auch Google Tasks, Google Toolbar, Google Video, Google Blogsearch und viele mehr eingestellt. Doch auch an bestehenden Diensten wird abgespeckt. Funktionen, die die breite Masse nicht braucht, werden abgeschaltet. So zum Beispiel Blocked Sites und demnächst vermutlich auch einige/alle Labs aus Google Mail und Google Kalender.

Ich persönlich finde es schade, dass Google nun auch diese Schiene fährt, kann es aber auch verstehen. Und so bietet Google anderen Anbietern die Möglichkeit, ihre Kompetenz auf die Probe zu stellen, macht uns nicht ganz so Google abhängig und gibt den Entwicklern mehr Zeit sich auf die Kernprodukte von Google zu fixieren. Wenn Tasks allerdings abgeschaltet wird, werde ich weinen.

{{ message }}

{{ 'Comments are closed.' | trans }}