N26 (Number26) – Die Bank der Zukunft

Von Karim Geiger — unter Bank, Firmen am 27.07.2016

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Number26, bzw. seit ein paar Tagen nur noch N26 genannt, ist die modernste Bank Deutschlands. Leider ist nicht alles Gold, was glänzt, und auf die hübsche Hülle kein Verlass.

Ich wollte wirklich, dass es funktioniert. N26 hat eine wunderschöne App und WebApp, womit sich das gesamte Konto steuern lässt, und sie bietet alle Funktionen, die man sich wünschen kann. In der Kontoübersicht wird in Kategorien aufgelistet, wofür das Geld ausgegeben wurde, eine Überweisung kann mit ein paar einfachen Klicks getätigt werden, und die Bestätigung bei Überweisungen am PC erfolgt per Push-Benachrichtigung an die Smartphone-App.

Kapitalanlagen sind auch ganz einfach per Klick in der App möglich, und die Verwaltung von Kontodaten, PIN, und Karten lässt sich ebenfalls ganz locker und einfach handhaben. Das Erlebnis ist rundum begeisternd. Sogar ein Dispo-Kredit wird angeboten. Nach einer SCHUFA-Abfrage wird dann berechnet, wie viel Budget einem zur Verfügung steht, und dann kann es auch schon losgehen. Mit einem einfachen Schieberegler kann der Kreditrahmen dann angepasst werden, je nachdem, wie viel man gerade benötigt, sodass man nicht aus Versehen überzieht.

Bei einer Bank ist die Funktion und das Aussehen aber natürlich längst nicht alles. Wichtige Faktoren sind auch Zinssätze, Zuverlässigkeit und Support. In all diesen drei Punkten versagt N26 komplett. Die Zinssätze sind beim Girokonto nicht vorhanden, beim Dispo, welcher bis maximal 2000 Euro geht, beträgt der Zinssatz 8,9%.

Zuverlässigkeit ist so eine Sache. Die lässt sich meist nur feststellen, wenn es dann zu spät ist. Und für knapp 400 Kunden der noch sehr jungen Bank war es dann auch so. Diese wurden plötzlich aus heiterem Himmel ohne Vorwarnung gekündigt. Einen Grund kommunizierte N26 erst eine Woche später. Zur gleichen Zeit wurde übrigens bei mir ein SCHUFA-Check von N26 angeordnet. Damals, als die Kündigungen durchgeführt wurden, blieb ich unversehrt. Ich dachte mir, man würde schon seine Gründe haben und ließ mich dadurch nicht beirren. Langsam habe ich mein Primärkonto immer weiter zu N26 umgezogen. Eingerichtet war bei mir ein Dispo-Kredit von 500 Euro. Testweise habe ich den auch, da ich ein wenig skeptisch war, ausgereizt.

Für ein paar Wochen war also Minus auf dem Konto, bis ich den Dispo dann wieder getilgt habe. Heute kommt dann plötzlich die Nachricht per E-Mail, dass mein Dispo-Kredit gekündigt wurde, und ich bitte in einem Monat alle noch offenen Schulden decken müsse. Sogar gleich zweimal. Einmal auf Englisch, mit folgendem Inhalt:

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Und ein paar Minuten später dann auf Deutsch:

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Diesmal immerhin mit richtigem Text. Ich müsse also keine 0 Euro mehr zurückzahlen, und selbst gekündigt habe ich ihn auch nicht. Immerhin nennt man einen Grund: “Verschlechterung meiner Kreditwürdigkeit”

Okay, dann sehen wir doch mal nach… Die letzte SCHUFA-Abfrage von N26 war am 1. Juni. Der letzte Score, welcher in der Tat schlechter ist (weil N26 meinen Kredit gemeldet hat), wurde am 6. Juli berechnet. Davor, also am 1. Juni, war alles beim Alten. Eine Verschlechterung ist also de facto falsch. Warum wurde mir der Kredit also gekündigt? Man weiß es nicht. Vermutlich, weil ich ihn verwendet habe.

¯\_(ツ)_/¯

Bleibt also nur noch eins zu klären: Der Support. Eine Antwort auf meine Fragen per Twitter habe ich nicht erhalten, auch vor ein paar Tagen nicht, als ich netterweise auf einen Bug hingewiesen habe. Stattdessen sieht man auf deren Twitter-Account nur eins: Unzufriedene Kunden, die sich über mehrere Wochen Wartezeit beim E-Mail-Support aufregen und vertröstende Antworten, dass man “aktuell” ein hohes Support-Aufkommen habe, welches nicht ganz bewältigt werden könne.

Tja, soviel dazu. Den Platz in der Hall of Shame haben sie sich damit natürlich verdient.

Meine Kündigung ist raus. Schade eigentlich.

Update 30. August: Tja. Das scheint die N26-Bank aber nicht weiter zu interessieren. Sie haben jetzt schon meine dritte Kündigung abgelehnt. Zuletzt mit der Begründung (immerhin kam mal eine), dass meine Unterschrift anscheinend abweiche. Sehr interessant auf jeden Fall. Wenn man raus will, darf man nicht, aber wer bleiben will, muss gehen. Vielleicht hebe ich einfach mal ein paar Euro ab…

Amazon-Streiks

Von Karim Geiger — unter Amazon, Bank am 18.06.2013

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Ich glaube du hast bereits mitbekommen, dass die Mitarbeiter bei Amazon derzeit streiken. Gerade haben sie einen zweitägigen Streik angefangen und schon im letzten Monat fanden einige Streiks statt.

Ich schreibe diesen Post nicht, um auf die Streiks einzugehen, sondern um die Strategie zu erklären, mit denen Amazon diese Zeit unbeschadet überstehen möchte. Wer momentan bei Amazon bestellt, muss oft mehrere Tage warten bis die Bestellung raus geht. Das ist auch ganz logisch, wenn nur die Hälfte der Arbeiter arbeiten. Folglich muss Amazon dafür sorgen, dass sie weniger Kundschaft bekommen, solange der Streik anhält.

Du kennst doch bestimmt die Amazon Kreditkarte. Bei dieser Karte bekommt man wenn man bei Amazon einkauft pro Euro zwei Punkte, wenn man mit der Karte woanders einkauft ein Punkt pro zwei Euro. Ich besitze eine solche Karte und habe daher gerade von der LBB, die hinter der Amazon Kreditkarte steckt, eine Mail bekommen (siehe oben rechts). Dort heißt es:

Ab sofort und bis zum 25.07.2013 gilt es, für Ihre Einkäufe außerhalb von Amazon.de 4-fache Amazon.de Punkte abzuräumen

Im ersten Moment eine komische Aktion. Warum sollte Amazon dafür werben, dass man außerhalb von Amazon einkauft? In Verbindung mit den Streiks aber ganz logisch: Sie wollen Kunden loswerden. Aber nur vorübergehend.

Meiner Meinung nach eine coole Idee. Ich für meinen Teil werde nächsten Monat etwas weniger bei Amazon bestellen ;)

DKB: mTAN? Was ist das?

Von Karim Geiger — unter Bank am 19.12.2012

dkbDie DKB aka Deutsche Kreditbank wirbt auf ihrer Webpräsenz mit dem Titel “Internet-Bank”. Weil ich auf der Suche nach genau einer solchen Bank war, habe ich mir hier ein Konto incl. Kreditkarte erstellt. Mal abgesehen davon, dass die DKB wohl “Unstimmigkeiten bei Ihren persönlichen Angaben” festgestellt hat und direkt meinen Perso wollte (ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich Karim heiße oder gerade 18 geworden bin), hat die Anmeldung ganz gut geklappt. Nach 3 Wochen hatte ich sowohl EC als auch Kreditkarte incl. aller PINs, Nummern, Passwörter, IDs und was man nicht so alles bekommt, wenn man sich bei einer Bank anmeldet. Mitunter auch ein Lappen, der sich iTAN schimpft.

Vielleicht kennst du es noch. Das Ding aus Papier, auf dem 100 Nummern drauf stehen um sich “auszuweisen”. Ich habe so einen Wisch das letzte mal vor 2 Jahren bei der Volksbank gesehen, weil sie es dann aufgrund mangelnder Sicherheit ausgemustert haben und durch das schicke mTAN-Verfahren ersetzt haben: Sobald man eine Aktion tätigt, wird einem eine TAN per SMS an eine vordefinierte Nummer geschickt. Das klappt schnell, problemlos und ist um Längen sicherer als ein Fetzen mit Zahlen drauf.

Der Nachteil – mal abgesehen vom Sicherheitsrisiko – der iTANs liegt klar auf der Hand: Sie liegen auf der Hand und sind damit umständlich, nehmen viel Platz weg, sehen hässlich aus, sind nicht mobil und laufen ziemlich schnell ab (um genau zu sein nach etwa 80 mal). Warum also noch auf dieses altmodische Mittel setzen? – Das habe ich mich auch gefragt und direkt mal den Support angeschrieben. Schnell ist er ja, das muss man ihnen lassen:

Guten Tag,

ist es möglich ein anderes TAN-Verfahren zu wählen? TANs auf Papier halte ich für eine “Internet-Bank” doch recht überholt und vor allem sehr umständlich, weil man das Blatt immer mit sich führen muss um auch unterwegs eine Überweisung zu tätigen.

Vielen Dank

Deren Antwort folg sogleich:

Sehr geehrter Herr G****r,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Da DKB-Kunden mit dem bewährten, nutzerfreundlichen iTAN-Verfahren gute Erfahrungen gemacht haben, planen wir aktuell keine Umstellung auf mTAN oder chipTAN.

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie ein schönes Weihnachtsfest.

Für Ihre Fragen sind wir gern Ihr Ansprechpartner.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Deutsche Kreditbank AG

Na sicher. Kurz mal gegooglet und gleich die Antwort zusammengestellt:

Guten Tag,

das glaube ich Ihnen nicht. Nach 2 Minuten googeln habe ich sogar eine Petition gefunden, die wünscht, dass die DKB auf ein moderneres und sichereres Verfahren umsteigt:
https://www.openpetition.de/petition/online/deutsche-kreditbank-ag-dkb-auf-das-sichere-mtan-umstellen

Des weiteren finden sich viele Artikel im Internet, die genau dies bemängeln:
http://www.maxrev.de/dkb-deutsche-kreditbank-ag-meine-erfahrungen-t225885.htm
http://electroholiker.de/?p=1579
http://www.dooyoo.de/konto/dkb-online-banking/1486064/
etc…

Starten Sie doch einmal eine Umfrage, wer sich alles ein neues Verfahren wünscht. Ich bin sicher, dass Sie das Ergebnis überraschen wird.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort ausstehend.

Update 20.12.2012: Na das schießt ja wohl den Vogel ab. Gerade habe ich auf der DKB-Seite folgenden Hinweis gesehen:

itan_sicherheit
Mit mTan könnte man nicht eben so mal die TAN eingeben. Da bekommt man nur eine, wenn man auch eine bekommen soll.

Update 21.12.2012: Nach zwei Tagen und zwei weiteren Nachfragen, wo denn eine Reaktion bleibt habe ich folgende Antwort bekommen:

Ihr Anliegen befindet sich bereits in der Bearbeitung.

Das mit dem “schneller Support” hat sich damit wohl auch erledigt.

Update 28.12.2012: Ja, eine Woche ist jetzt vorbei. Und die Antwort des Supports war mehr als dürftig:

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass keine Umstellung geplant ist.

Das Thema Sicherheit steht für uns selbstverständlich an erster Stelle.

Im Sinne unserer Kunden prüft und beobachtet die DKB die aktuellen
Sicherheitsstandards und Präventionsmaßnahmen sehr genau.

Wir haben das System als sicher eingestuft.

 

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