Harman/Kardon – Die waren mal gut?

Von Karim Geiger — unter Firmen am 24.04.2016

Cover

Harman/Kardon ist nicht ganz unbekannt. Angeblich stand die Marke früher für Qualität und war ihren Preis wert. Heute kann ich das leider absolut nicht bestätigen. Ich habe mittlerweile den zweiten AVR von Harman/Kardon bei mir daheim stehen und bin mehr als enttäuscht.

Was darf man von einem AV-Receiver für 900 Euro erwarten? Gute Qualität? Guten Sound und gutes Bild? Features? Eine App, um das Gerät zu steuern? Support, der einen versteht? Software, die intuitiv ist? Eine Fernbedienung, die ohne Infrarot auskommt? Nun. Der Ton ist in Ordnung, und das automatische Justierungssystem funktioniert. Auch das Bild wird per HDMI einwandfrei übertragen. Aber das war es dann im Großen und Ganzen auch schon.

Kommen wir zu den einfachen Sachen, die für ein Gerät dieser Preisklasse selbstverständlich sein sollten. Wie sieht es aus mit WLAN? Ja, hat es. Allerdings nur 802.11b/g und das auch nur, wenn der Router direkt neben dem Gerät steht. Schon auf 4 Meter Entfernung im selben Raum ist die Verbindung so schwach, dass eine WLAN-Verbindung nicht mehr aufgebaut werden kann. Immerhin bietet das Gerät auch einen LAN-Port, womit sich die mangelhafte WLAN-Unterstützung umgehen lässt. Dazu gibt es sogar eine App für Android und iOS, welche es ermöglicht, den AVR zu steuern. Auf dem Papier klingt das natürlich toll. Leider ist die App nur eine Fernbedienung, welche nicht einmal dessen volle Funktionalität bietet. Außerdem ist es über die App weder möglich, einen Zustand abzufragen, wie z.B. die Lautstärke oder den aktuellen Kanal, noch den AVR einzuschalten. Nach einer Stunde im Standby-Modus schaltet das Gerät den Webserver, welcher für die API-Anbindung der App zuständig ist, nämlich vollständig ab. Das hat zur Folge, dass das Gerät nur noch per Infrarot-Fernbedienung eingeschaltet werden kann. Und wie das bei Infrarot üblich ist, funktioniert das nur, wenn man mit der Fernbedienung genau auf den Empfänger zeigt.

Ist der AVR dann aber einmal an, und die Verbindung zur App hergestellt, fehlt wie bereits erwähnt der Zustand. So kann man die Lautstärke nicht per Regler anpassen, sondern nur Schritt für Schritt per Knopfdruck. 10x auf “Leiser” gedrückt, sendet also 10x das Signal “Leiser” an den AVR. Da kommt Freude auf. Zumal das Verarbeiten der Anfrage vom AVR etwa eine halbe Sekunde in Anspruch nimmt. 10 Stufen leiser bedeuten somit also, wenn alles optimal läuft, 5 Sekunden lang auf den “Leiser”-Knopf wie ein Irrer zu hämmern.

Da ich aktuell dabei bin, meine Geräte in meiner Wohnung zu vernetzen, um ein Smart Home zu etablieren, muss selbstverständlich auch der AVR 370 von Harman/Kardon mit von der Partie sein. Mit der Prämisse, dass ja eine App existiert, begann ich also, die API des AVR in meine Heimautomatisierung zu implementieren. Leider ist die API nirgends dokumentiert (wie sich herausstellte aus gutem Grund). Somit blieb mir also nichts anderes übrig, als die App auseinanderzunehmen und die Requests per Wireshark abzufangen, um meine eigene API zu schreiben. Die API ist allerdings so schlecht implementiert, dass noch nicht einmal der HTTP-Standard vollständig eingehalten wurde, was die Entwicklung etwas schwieriger gestaltete. Zudem gibt sie wie eingangs erwähnt keinen Zustand zurück. Nicht einmal eine Antwort des Servers kommt. Man kann also weder feststellen, ob der Befehl ausgeführt wurde, geschweige denn auf welchem Kanal/auf welcher Lautstärke der AVR steht, oder ob er überhaupt an oder im Standby-Modus ist.

Nach kürzester Zeit fanden sich im Netz weitere Interessenten, welche ebenfalls Geräte von Harman/Kardon besaßen. Sie probierten aus, ob meine Implementierung der API bei ihrem Gerät funktionierte. Teilweise war das auch der Fall. Allerdings führten manche Befehle auf unterschiedlichen Geräten unterschiedliche Dinge aus. “sleep” führt auf BDS-Geräten z.B. zu einem sofortigen Standby, bei meinem AVR jedoch setzt es einen Sleep-Timer auf 10 Minuten. Beständigkeit hat also bei der Entwicklung dieser API keine Rolle gespielt.

Da eine API relativ wenig bringt, wenn man das Gerät nicht anschalten kann, fragte ich beim Support nach, was denn der Grund für das Abschalten des Webservers nach einer Stunde sei. Nach einigem Hin- und Her, weil man meine Anfrage eingangs nicht verstand, kam letzten Endes nur die Antwort, dass eine EU-Richtlinie es verbiete, im Standby mehr als 0,5 Watt zu verbrauchen und es technisch daher nicht möglich sei, den Webserver laufen zu lassen. Zumindest war das die Antwort, die ich verstand, da sie in fehlerhaftem Deutsch formuliert war und ich mir nicht sicher bin, ob man mich überhaupt komplett verstanden hat. Seltsam allerdings, dass unzählige Geräte keine Probleme mit einem Always-On-Webserver haben und auch Wake On LAN ist nicht unbedingt die neuste Erfindung.

Ich gab nicht auf, und dachte, dass vielleicht ein Firmware-Update das Problem lösen könnte. Doch dann kam der endgültige Grund für das Schreiben dieses Artikels: Nicht nur scheint ein Firmware-Update keine Lösung zu sein, nein, man bekommt es bei einem 900 Euro-Gerät anscheinend nicht einmal hin, ein einfaches Migrations-Script zu schreiben, welches die aktuellen Nutzereinstellungen auf die neue Software-Version anhebt. Denn: Installiert man ein Firmware-Update werden alle Einstellungen auf den Werkszustand zurückgestellt. Halleluja.

Mein Fazit lautet also: Finger weg von Harman/Kardon. Ever.

Bildquelle: Shaun Owyeong

Kabel Deutschland

Von Karim Geiger — unter Internet am 21.08.2014

Ich stehe ein bisschen auf Kriegsfuß mit Kabel Deutschland und möchte nun erklären, warum das so ist. Meine Eltern sind (zwangsläufig) seit Jahren Kunde bei Kabel Deutschland. Als ich noch bei ihnen wohnte, war das Internet dort eine Qual. Nie erreichte man auch nur annähernd die versprochenen 32 Mbit/s geschweige denn eine stabile und unterbrechungsfreie Verbindung. Der Upload war grottig, wie das bei Kabel üblich ist, und die Verbindung hatte zu 90% der Zeit mindestens 5% Package Loss. Doch das ist nicht alles: Dank des veralteten Kabelmodems brach die Verbindung mehrmals am Tag ab. Ein neues wollte Kabel Deutschland nur gegen einen monatlichen Aufpreis von 2 Euro verschicken. Vor kurzem kam dann eine Störung in der Leitung hinzu, durch die dauerhaft nur maximal 3 Mbit/s zur Verfügung standen – nachts sogar noch weniger. Erst ein Anruf bei der Kabel Deutschland-Hotline sorgte dafür, dass der Monat zurückerstattet wurde. Eine Benachrichtigung über das Bestehen der 4-Wöchigen Störung gab es nicht.

Als Referenz hatte ich – nachdem ich bei meinen Eltern ausgezogen bin – zwei Jahre lang VDSL bei der Telekom. 50 Mbit/s und das durchgehend. Keine regelmäßigen Störungen, 0% Package Loss und permanent flogen die Datenpakete mit 51 Mbit/s durch die Leitung. Zugegeben, bis der Anschluss stand, verging fast ein Monat, doch danach war die Leistung wie versprochen. Der Kundensupport stand relativ schnell auf der Matte, als es doch mal eine Störung gab und löste das Problem sofort.

Und dann ist da wieder Kabel Deutschland. Ich bin nun umgezogen und mit mir auch der Internetprovider. Leider bietet die Telekom nur 16 Mbit/s an meiner neuen Wohnung, weswegen ich lange überlegt habe, ob mir das langt oder ob ich doch zu Kabel Deutschland muss, welche 100 Mbit/s zur Verfügung stellen. Ich entschied mich natürlich für die umwerfenden 100 Mbit/s und schloss den Vertrag mit Kabel Deutschland ab. Natürlich mit dem FritzBox-Router-Modem gegen einen Aufpreis, da ich das Spektakel meiner Eltern nicht unbedingt revue passieren lassen wollte. Die Box wurde dann auch zum vereinbarten Termin geliefert. Vorkonfiguriert. Anstecken, warten, lossurfen. Ich war beeindruckt. Doch der Schein trügt.

Nach etwa einer Woche bekam ich eine Mail, dass ich meinen Anschluss doch in Betrieb nehmen solle, da er sonst gekündigt wird. Ich solle mich nach Abschluss der Konfiguration doch im Kundenportal registrieren. Ja, das kam per Mail. Ich habe mich also registriert und erst einmal 4 Haken deaktiviert um Spam, Newsletter und ein extra Sicherheitspaket für 5 Euro/Monat nicht zu bekommen. Heute kam dann wieder eine Mail: “Sie haben kürzlich eine Bestellung bei uns getätigt. Nachdem einige Zeit ohne Nutzung verstrichen ist, haben wir Ihr Produkt für Sie aktiviert.” Alles klar. Gleichzeitig mit der Mail kam dann auch das SEPA-Lastschriftmandat, welches ich unterschrieben zurück an Kabel Deutschland schicken soll. Vorfrankiert? Keine Chance. (Zum Vergleich: Die Stadtwerke haben einen vorbedruckten, vorfrankierten Umschlag beigelegt.)

Und wie ist die Qualität des Internets? Nun, in den letzten zwei Wochen hatte ich bereits zwei Ausfälle für je etwa eine halbe Stunde. Zudem nimmt Kabel Deutschland das mit den 100 Mbit/s auch nicht zu ernst. Die vollen 100 Mbit/s hatte ich noch nie. Im Normalfall schwankt die Geschwindigkeit zwischen 30 Mbit/s und 90 Mbit/s. Je nach Wetter (das stimmt lustigerweise sogar. Schlechtes Wetter => Mehr bleiben daheim => Mehr Leute im Internet => Weniger Geschwindigkeit für Karim). Manchmal habe ich die versprochenen 5% Package Loss, meistens jedoch glücklicherweise < 1%. Auch der Ping schwankt manchmal zwischen 40 ms und 1 s. Stabiles und stetiges Internet stelle ich mir anders vor. Im Großen und Ganzen erinnert mich die Leistung und die Qualität von Kabel Deutschland an Vodafone, welche Kabel Deutschland kürzlich gekauft haben. Da haben sich also zwei gefunden.

Cloud Storage und die Sync Clients

Von Karim Geiger — unter Internet, Test am 15.07.2014

Ich habe den Fehler gemacht und mir vor ein paar Tagen einen Podcast über Cloud Storage angehört. Ich – bisher glücklicher Dropbox-User – kam dadurch auf den Trichter unbedingt wechseln zu müssen, weil mein Speicher in ein paar Monaten ausläuft und Dropbox doch eher ziemlich teuer ist. Ich guck mir also die in dem Podcast erwähnten Services an und probiere sie durch. Darunter: ownCloud, MEGA und Google Drive.

Zugegeben, ich bin ein anspruchsvoller Cloud-User. Ich habe sehr viele Dateien in meiner Dropbox, welche manchmal sehr komische UTF-8-Namen (Umlaute und so) und Leerzeichen haben. Außerdem bin ich auf jeder Plattform vertreten: Windows, Mac, Linux, iOS und Android.

Trotzdem kann es ja nicht so schwer sein, einen einfachen Sync-Client zu haben, der eine Liste der aktuellen Dateien + Änderungsdatum auf dem Server hält und diese dann entsprechend abgleicht. Dachte ich. Dropbox hat bisher immer gute Dienste geleistet und nur einmal aus Versehen (aufgrund einer falschen Client-Zeit) einen Großteil meiner Dropbox gelöscht. Ist ja kein Problem, man hat Backups. Alle anderen Clients hingegen scheitern schon größtenteils an einfachsten Funktionen:

MEGA ist schon aus dem Grund raus, dass es keinen Client für Linux gibt. Das ist vertretbar, da der Service sehr neu ist und ein Linux-Client (soweit ich weiß) geplant ist. Ich habe MEGA also trotzdem eine Chance gegeben und bin direkt auf die Nase gefallen. Der Sync klappt zwar, wenn er mal klappt, relativ gut, allerdings ist das nicht oft der Fall. Nicht nur, dass der Upload langsam ist (ich bin irgendwie der einzige Mensch dieser Welt, alle anderen schwärmen immer davon, wie schnell MEGA doch sei), die Clients stürzen auch regelmäßig ab, bzw. starten gar nicht mehr. So kann ich meinen Mac-Client und die iOS-App nicht mehr starten. Next.

ownCloud an sich ist eine geile Sache. Man hat seine Daten auf seinem Server und kann selbst entscheiden was Sache ist. Leider ist der Linux-Client (zumindest bei mir) eine Katastrophe. Jede Datei mit einem Leerzeichen wurde gelöscht. Vom Sync will ich gar nicht erst anfangen. Der klappt auch mehr oder weniger nur sporadisch. Und auch die App kann nicht besonders viel. So fehlt ein automatischer Foto-Upload zum Beispiel komplett. Next.

Google Drive ist verdammt günstig und von Google, daher sollte das ja etwas taugen. Naja, der Sync funktioniert problemlos und schnell. Wie zu erwarten. Allerdings hat auch die Google Drive App keinen automatischen Foto-Upload (ich weiß, Google+, dies, das, aber ich will meine Photos nicht auf Google+, sondern in einem Ordner) und es gibt auch hier – obwohl es made by Google ist – keinen offiziellen Linux-Client. Es gibt inoffizielle Clients, wie beispielsweise grive. Toll daran: Jede Datei, die von einem anderen Rechner angelegt und hochgeladen wird, wir direkt wieder von grive vernichtet, weil sie lokal “gelöscht” wurde. Wunderbar. Next.

Dropbox. Hach, schön :)

 

Update 06. August 2014: Wer eine Self-Hosted-Alternative zu ownCloud sucht, sollte sich einmal Seafile angucken. Zwar hat deren Mobile Client auch keine Kamera-Upload-Funktion, dafür ist das ganze aber sehr stabil und schnell, da es auf Git, C und Python basiert. Ich regle aktuell 70% meiner Cloud-Aktivitäten was Storage betrifft über Seafile und bin bisher sehr begeistert. An Dropbox kommt es trotzdem nicht ran.

iPhone – der Härtetest

Von Karim Geiger — unter iOS, Test am 21.06.2013

Cover

Als ich mich das letzte mal so über Android aufgeregt habe, habe ich beschlossen mir ein iPhone zu kaufen und es zu testen. Gesagt, getan. Seit Mittwoch – also seit drei Tagen – besitze ich nun ein weißes iPhone 5 in der 32 GB-Variante und hatte ausgiebig Zeit, mit dem iDevice einiges anzustellen. Da iOS für mich wegen des iPads nicht ganz #neuland ist, beziehen sich meine Punkte, die iOS betreffen nicht nur auf die letzten drei Tage, sondern auf das letzte halbe Jahr. Die letzten drei Tage habe ich stichpunktartig alle positiven und negativen Punkte festgehalten um sie jetzt geordnet und objektiv wiedergeben zu können.

Das wars zum Vorwort. Was gleich beim Einrichten des iPhones auffällt ist die übertrieben kleine nanoSIM, die ich mir anhand einer Schablone aus der microSIM zurecht schneiden musste. Ich weiß nicht so ganz, was die Aktion mit der nanoSIM Seitens Apple sollte. Der Slider, in den man die Karte einlegt ist exakt gleich groß wie der des Nexus 4 oder des HTC One, welche beide eine microSIM benötigen. Platz kann also nicht der Grund sein.

Schaltet man das gute Stück nun ein, fällt einem nach der Einrichtung direkt auf: Es funktioniert. Keine Ruckler, nichts. Es läuft einfach flüssig. Und das, obwohl nur ein Dual-Core Prozessor unter der Haube steckt. Diesen bemerkt man zwar bei 3D-Spielen wie z.B. Subway Surf, im alltäglichen Betrieb jedoch nicht. Auch hier sieht man wieder, wie schlecht die Entscheidung für Android Java zu verwenden war.

Der Sync Seitens iCloud ist super. Täglich wird ganz heimlich ein Backup vom Gerät wahlweise auf den laufenden PC via WLAN geschoben oder in die iCloud. Auch Kontakte, Kalender, Mails und co. werden natürlich problemlos gesynct. Allerdings nur von Apple. Wer sein Google-Konto verknüpft haben möchte kann das nicht etwa per Exchange o.ä. hinzufügen sondern muss für den Kalender und die Kontakte einzeln CalDAV bzw CardDAV einrichten, was nicht gerade einfach ist. Einmal konfiguriert klappt jedoch auch dieser Sync problemlos.

Bevor ich nun mit der Usability von iOS im Alltag weitermache und anfange mich über iTunes zu beschweren, möchte ich noch ein paar Worte über die Hardware verlieren. Das Telefon an sich ist wie jeder weiß sehr hochwertig und gut von Kinderhänden in Asien produziert und hat die perfekte Größe, weil – man glaubt es kaum – der Bildschirm keine 5+ Zoll groß ist!!1 Man kann dieses Ding wirklich mit einer Hand bedienen ohne Weltmeister im Daumenverdrehen sein zu müssen, wenn man an den oberen, linken Rand möchte. Auch schön ist, dass der Akku selbst am USB-Port sehr zügig lädt. Punktabzug gibt es jedoch bei der Positionierung des Audio-Ausgangs, denn der stört beim Handy halten. Ja ich weiß, er ist an der unteren Seite positioniert, weil man das Handy dann richtig herum (also falsch herum) in die Tasche stecken kann, wenn man gerade Musik hört. Trotzdem kann sich mein kleiner Finger nicht mit dieser Position anfreunden.

Kommen wir zum Zubehör. Damit meine ich die Apple EarPods. Die, bei denen der Bass und die Form so super sein sollen. Nun, was die Form angeht stimme ich ihnen zu. Die Hörer liegen gut im Ohr und stören nicht. Die Klangqualität ist allerdings sehr luftig und lässt sich nicht mit (Teufel) In-Ear-Kopfhörern vergleichen. Für beigelegte Billigkopfhörer sind sie allerdings wahrlich nicht die Schlechtesten.

zeitungskioskSo, genug zur Hardware. Sprechen wir über das, was das iPhone zum iPhone macht: iOS. Vorab gibt es ein paar Punkte, die mich wirklich unfassbar aufregen. Mit an erster Stelle ist dieser bes..scheidener Zeitungskiosk. Nicht nur, dass er die wohl unnötigste App am ganzen System ist, nein, er fungiert auch noch als Ordner und lässt sich somit nicht in einen Unterordner verschieben. Dieser in meinen Augen Mordsbug wurde glücklicherweise in iOS 7 behoben, trotzdem darf sowas doch nicht in die Produktion gehen! Das ist genau das selbe wie der Battery Saver aus dem HTC One review. Was mir auch nicht gefällt ist, dass man für Smileys in WhatsApp und co extra eine App herunterladen muss, die dann eine Tastatur nur für Emoticons ist, aber damit kann ich leben.

Gut finde ich jedoch das Berechtigungssystem unter iOS. Bei Android kommt einmal eine Bestätigung beim Installieren, dass die App 90% des Handys kontrollieren kann und dann sieht man nie wieder, was passiert. Bei iOS jedoch wird immer erst dann gefragt, wenn die App darauf zugreifen möchte. So sieht man erstens warum die App das braucht und zweitens kann man beliebig einstellen, was welche App für Berechtigungen bekommt. So kann man Facebook beispielsweise verbieten den aktuellen Standort zu verwenden aber Zugriff auf die Photos gewähren und Push-Benachrichtigungen zulassen.

Auch schön ist, dass Benachrichtigungen verschwinden, sobald die App geöffnet wurde und die Anzahl oben rechts neben der App angezeigt wird. So verschwinden die Benachrichtigungen über neue Tweets sobald man die Twitter-App öffnet ohne sie einzeln wie bei Android wegwischen zu müssen. Auch kann man pro App festlegen, wie viele Benachrichtigungen angezeigt werden sollen. Gruppiert werden sie auch.

Was gar nicht geht ist die Integration der Klingeltöne. Entweder man gibt sich mit den vorhandenen zufrieden oder man bekommt die Möglichkeit im AppStore welche für teures Geld käuflich zu erwerben. Unter Android war es zwar auch kein Kinderspiel eigene Klingeltöne hinzuzufügen, aber immer hin ging es ohne lästigen iTunes-Sync. Ich sehne mich nach den alten Zeiten, in denen man jede mp3-File mit einem Klick zum Ringtone machen konnte.

Und wenn wir gerade bei Einstellungen sind: Das Konzept, dass App-Settings nicht nur in der App sind, sondern auch zentral unter den Systemeinstellungen ist finde ich genial gelöst. So hat man alle Einstellungen auf einem Blick und kann ohne zwischen tausend Apps wechseln zu müssen genau das übernehmen, was man möchte.

itunesAbschließend möchte ich noch ein Wort zu iTunes verlieren. Katastrophal. Der Gedanke dahinter ist ja schön und gut, trotzdem gibt es so einiges, was einfach gar nicht geht. Zum Beispiel werden nur mp4-Videos unterstützt, welche alle konvertiert werden müssen. Dann wird für jedes Photo ein Thumbnail generiert, welches im SELBEN PFAD in einen Cache-Ordner abgelegt wird, was imho sehr, sehr nervig ist. Immer hin geht der Sync mittlerweile über WLAN und nicht mehr nur via Datenkabel. Trotzdem. iTunes muss nicht sein.

Zusammengefasst noch einmal alle positiven und negativen Punkte. Wie du siehst ist auch das iPhone nicht perfekt, doch meiner Ansicht nach noch das beste Smartphone-OS.

+ Alles läuft reibungslos
+ Einfache Backups
+ Perfekte Größe
+ Lädt sehr schnell
+ EarPods sind angemessen
+ Berechtigungssystem
+ Benachrichtigungen
+ Zentrale Einstellungen
– nanoSIM imho unnötig
– 3D-Grafik etwas langsam
– Google-Sync ist sehr kompliziert (Cal-, CardDAV)
– Audio-Ausgang ungünstig gewählt
– Zeitungskiosk COMES DIRECTLY FROM HELL
– Ringtones
– iTunes

HTC One

Von Karim Geiger — unter Android, Smartphones, Test am 02.05.2013

Das HTC One ist ja schon ein geiles Teil. Es sieht wunderschön aus, hat eine super Kamera, hat ein hochwertiges Unibody-Gehäuse aus Metall und.. ja.. das wars. Das neue Flaggschiff von HTC wurde seit dem Release von allen Medien gehyped und angepriesen, also habe ich es mir vor vier Tagen zugelegt und ich muss leider sagen, dass ich etwas enttäuscht bin. Ich bin ein absoluter HTC-Fan und finde das Billigplastik von Samsung oder die schlechte Verarbeitung von LG einfach das letzte und halte HTC für den hochwertigsten Hersteller, was Smartphones angeht, doch leider hat das auch seinen Preis. Und zwar wortwörtlich, denn solche Devices sind immer Spitzenreiter in Sachen Hochpreis. Doch für Qualität zahle ich auch gerne mal den ein oder anderen Euro.

Als dann das One zum ersten Mal das Licht der Welt erblickte und aus seinem edlen Karton huschte, sprang mir gleich der erste Nachteil ins Gesicht: Es ist fett. Zwar nicht in der Tiefe, aber in der Höhe. In der Tat ist das One so fett, dass es quasi unmöglich ist es mit nur einer Hand dauerhaft zu bedienen. Entweder bekommt man das Handy nicht an, weil der Einschalter unvorteilhaft oben links positioniert ist (mal ganz im Ernst, warum da? warum ausgerechnet da?) oder man bekommt einen Krampf in den Fingern, wenn man es länger als 15 Minuten in der Hand hält. Zudem erreicht man mit seinem Daumen nicht den oberen Abschitt des Displays, was etwas schlecht ist, da dort ja bekanntlich der Menü-Button von Android ist.

…was uns gleich zum zweiten Negativpunkt bringt: Das One hat keinen Menü-Button Hardwareseitig. Entweder man rootet das Device und funktioniert das HTC-Logo als Button um oder man hat den tollen Workaround, den sich die (non)Sense-Devs ausgedacht haben: Alle Apps, die per Default nicht den Menü-Button in der Leiste oben unterstützen – dazu zählt auch die ab Werk installierte Facebook-App – bekommen einen fetten, schwarzen Balken am unteren Bildschirmrand dazu, der einzig und allein dazu dient, das Menü aufzurufen. Und da das One nur zwei Buttons hat, nämlich “Zurück” und “Home”, wurde der Home-Button dreifach gemappt. Ja, dreifach. Kurz drücken (wenn man denn trifft, der Sensor ist nämlich sehr klein) bringt einen zum Homescreen, lange drücken öffnet Google Now und zweimal kurz getippt öffnet das Recent-Apps-Menü. Was die Buttons betrifft, hat HTC also nicht viel über Usability nachgedacht. Punktabzug.

Kommen wir zu HTC Sense. Dazu möchte ich meine Meinung nicht äußern, da das ganz klar eine Geschmacksfrage ist. Die einen lieben es, die anderen hassen es. Lassen wir das also außen vor. Worüber ich mir allerdings einen Wolf ärgern könnte ist das hier links. Genauer: Der “Power saver”-Mode. Du kannst dich auf den Kopf stellen, Kunststücke machen, das Ding mit Pappe überkleben, den Teil des Displays rausflexen, es geht ohne Root nicht weg. Die Steigerung von “am grausamsten” ist “Power saver”. Warum um Himmels Willen kann HTC nicht eine Funktion einbauen, die es einem erlaubt diese gottverdammte Benachrichtigung auszublenden? Ich möchte den Power saver nicht jetzt benutzen und auch nicht später. Wenn der Akku fast leer ist, wird er doch sowieso automatisch aktiviert. Das ist der Grund, warum ich das Handy einen Tag nachdem ich es bekommen habe gerootet habe. Und soll ich dir was sagen? Ich bin frei! Und es fühlt sich gut an!

Mein Fazit: Das HTC One ist ein qualitativ hochwertiges Smartphone und für Leute, die nicht unbedingt ein 100% makelloses Telefon haben wollen sehr zu empfehlen – auch weil die Lautsprecher der Wahnsinn sind und es das erste gute Handy mit Infrarot ist – aber trotzdem ist es für stolze 700 Euro für mich nicht gut genug konzipiert. Es wird sich zeigen, was die Zeit in Sachen Custom ROMs und Tweaks mit sich bringt, doch eigentlich möchte ich das nicht. Ein Handy, das fast so viel gekostet hat wie mein Auto (wow.. klingt irgendwie heftig) soll von Anfang an funktionieren, und zwar perfekt.

Was ist deine Meinung zum HTC One?

LOVEFiLM… or hate them

Von Karim Geiger — unter Internet, Test am 10.10.2012

Ich denke, dir ist LOVEFiLM ein Begriff. Gemeint ist der Service, der euch für einen fixen Betrag entsprechend viele DVDs heim schickt, sie wieder zurück nimmt und anschließen die nächste schickt. Also quasi eine online Videothek für die Leute, die mit einer langsamen DSL-Leitung umherdümpeln oder nicht die entsprechenden Endgeräte haben.

Für alle anderen, die bereits im 21. Jahrhundert angekommen sind, bietet LOVEFiLM seit neustem auch ein Streaming-Angebot ähnlich wie das ehemalige kino.to (erinnerst du dich?) an. Mit dem Unterschied: LOVEFiLM ist ein Unternehmen von Amazon und da es entsprechende Verträge mit Filmindustrie und co. hat nicht illegal. Das nun also stetig wachsende Angebot an Filmen, die man nicht nur auf BluRay oder DVD ausleihen kann, sondern auch online genießen kann umfasst derzeit etwa 2000 Filme.

Hört sich doch super an. Bei einer Groupon-Aktion habe ich mir 6 Monate LOVEFiLM-Flatrate (Sprich: Unlimited Streaming und immer einen Titel daheim) für einmalig 20€ geholt. So viel kostet der Spaß normalerweise im Monat. Mal davon abgesehen, dass ich derzeit nur über UMTS ins Internet komme und (vorerst) keine Möglichkeit auf eine schnellere Anbindung habe und somit den Streaming-Service eigentlich nicht wirklich nutzen kann, hier ein Feedback meinerseits:

Widmen wir uns vorerst dem PC: Hier ist nur die Möglichkeit geboten, das ganze im Browser anzusehen. Einen Client gibt es also nicht. Ist ja auch nicht weiter tragisch. So ist das ganze wenigstens auch kompatibel zu Mac, Linux, Chrome OS und co. Tja. Falsch gedacht: Microsofts Silverlight wird vorausgesetzt. Für Windows und Mac gibt es das zwar, Linux und der Rest gucken dabei aber in die Röhre. Das ist schon einmal ziemlich schlecht. Großes Minus gibt es hier.

Android: Ja, es gibt eine Android-App von LOVEFiLM. Natürlich. Macht am Tablet ja auch irgendwo sinn, wenn man seine Filme genießen kann. Falsch! Zwar lässt sich seine Leihliste am Tablet/Smartphone bearbeiten und die Filmbibliothek durchstöbern, Filme abspielen ist hier allerdings nicht möglich. Somit ist die App für mich unnötig. Sortieren kann ich auch am Tabletbrowser.

iOS: Tjaha.. für das iPad gibt es ebenfalls eine App. Diese kann aber wundersamerweise Filme streamen. Na bitte! So solls sein. Funktioniert auch wie gewünscht perfekt mit einer schnellen WLAN-Verbindung. Möchte man nun aber unterwegs weitergucken oder hat gerade kein WLAN zur Hand, dafür aber eine stabile HSDPA-Verbindung, die locker für das Streamen des Videos reichen würde, bekommt man von der LOVEFiLM-App einen netten Hinweis: 3G wird derzeit nicht unterstützt. WUN.DER.VOLL!

PlayStation: Zugegeben, dass ein Service einen PlayStation-Support hat ist nicht gerade standard. Trotzdem lässt auch dieser Client einiges zu wünschen übrig. Playback funktioniert zwar, doch leider nur in SD-Qualität. Wer also auf ein DVD oder BluRay-Bild in 480, 720 oder 1080p hofft, kann auf ein Update warten. Denn das wird derzeit nicht unterstützt.

tl;dr – Too long; didn’t read

Die Idee hinter LOVEFiLM ist genau das, was dem Menschen fehlt: Nämlich Spotify für Filme. Die Umsetzung – insbesondere das Playback auf nicht-PCs – lässt hier aber noch sehr zu wünschen übrig. Wenn sich bis in einem halben Jahr hier nicht einiges getan hat, werde ich wohl kaum 20€/Monat aufbringen um ein mehr schlecht als recht umgesetztes Projekt von einer so großen Firma wie Amazon zu unterstützen.